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Archive for Dezember 2009

Die Lehren von Karbala – Freitagsansprache 25.12.09

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“
Gepriesen sei Allah, der Erhabene und der Herr der Welten und Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten.

Ich rate mir selbst und Ihnen zu Frömmigkeit und Gottesfurcht.

أَيَّتُهَا النَّفْسُ الْمُطْمَئِنَّةُ . ارْجِعِي إِلَى رَبِّكِ رَاضِيَةً مَّرْضِيَّةً . فَادْخُلِي فِي عِبَادِي . وَادْخُلِي جَنَّتِي

„Oh du beruhigte Seele! Komm zufrieden zurück zu deinem Herrn und mit (Allahs) Wohlwollen so schließ‘ dich dem Kreis Meiner Diener an. Und tritt ein in meinen Garten.“ (Al Fadschr, 27-30)

Prophet Muhammad (s.) sagte: „Wer Hasan und Husain (a.) liebt, den liebe auch ich, und wen ich liebe, den liebt auch Allah, und wen immer Allah liebt, den wird er ins Paradies eintreten lassen. Wer sie aber hasst, den hasse auch ich, und wen ich hasse, den hasst auch Allah, den lässt Er ewig im Feuer weilen.“

Die Lehren von Karbala

Liebe Gläubige, sehr geehrte Geschwister im Islam,

Wir befinden uns im Monat Muharram, dem Monat der Trauer, der Opferbereitschaft, des Muts und des Aufstandes gegen die Ungerechtigkeit. Muharram ist der Monat der Anstrengung gegen das Böse und der Monat des Märtyriums und der Selbstaufopferung.

Der Gesandte Allah´s (s.) sagte:

“Husain (a.) ist das Licht der Rechtleitung und das Schiff der Rettung.”

Liebe Gläubige, sehr geehrte Geschwister im Islam,

Der Aufstand von Imam Hussain (a.), ist ein religiöses, gesellschaftliches und politisches Ereignis, über jenes in jedem Abschnitt der Geschichte am meisten gesprochen wurde und die meisten Bücher geschrieben worden sind. Es ist ein Ereignis welches die Gesellschaften aus soziologischer Sicht, am meisten beeinflusst.

Der Aufstand von Imam Hussain (a.) ist nicht ein persönlicher, regional beschränkter oder gar ein nationaler Aufstand. Es ist der einzige universelle Aufstand, den es je gegeben hat. Es ist der einzige Aufstand, wo von einer Wiederholung der Geschichte nicht die Rede sein kann, denn Karbala ist nie Geschichte geworden. Der Aufstand von Karbala ist immer lebendig geblieben, er ist nicht in den dunklen Seiten der Geschichte untergetaucht, er wurde immer am Leben gehalten.

Liebe Gläubige,

Kerbala ist eine Schule. Die Lehrer dieser Schule sind Imam Husain (a.) und seine Gefährten, die mit ihm in Kerbala zu Helden der Menschheitsgeschichte geworden sind. Die Schüler dieser Schule sind die Jahre und Jahrhunderte und die gesamte Menschheit lernt von dieser Schule. In dieser Schule werden Opferbereitschaft, Mut, Erkenntnis (Irfan), Gottesdienst, Märtyrium und der Aufstand gegen Thyrannei und Ungerechtigkeit gelehrt.

Der Aufstand von Kerbala fand statt, um die Lehren und Gebote des Islams wieder zu beleben. Die tyrannischen Herrscher und Machthaber wollten zu jener Zeit die Lehren des Islams und die Sunna (Verfahrensweise) des Propheten auslöschen. In den 50 Jahren nach dem Ableben des heiligen Propheten Muhammed (s.) waren die unwissenden Tyrannen damit bemüht, zurück in die Zeit der Unwissenheit (Dschahiliyya) zu kehren und die Macht der Umayyaden zu etablieren.

Imam Husain (a) sagte:

Seht ihr denn nicht, dass man der Wahrheit nicht folgt und sich von der Unwahrheit nicht abwendet?

Die qur´anischen Gebote wurden mit den Füssen getreten und religiöse Verbote wurden ganz offen begangen. Der tyrannische Machthaber Yazid bin Muawiya scheute sich sogar nicht, öffentlich Wein zu trinken. Er befolgte keines der Gebote des Qur´an und war durch und durch in Sünde verfallen. Er war sogar ein Hindernis für die Muslime und die Gesellschaft bei der Befolgung der islamischen Gebote.

Imam Husain (a.) beschrieb seinen Aufstand wie folgt:

“Ich erhebe mich um das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwähren, um die Gemeinschaft meines Großvaters Muhammed (s.) zu reformieren und zu verbessern und dem Weg des Propheten und meines Vaters Ali (a.) zu folgen.”

An einer andere Stelle sagte Imam Hussain (a.):

“Wenn einer wie Yazid zum Oberbefehlshaber der Islamischen Gemeinschaft wird, muss man das Totengebet des Islams verlesen.”

Imam Hussain (a.) sagte an einer anderen Stelle:

“Einer wie ich, kann niemals jemandem wie Yazid den Treueid geben.”

Imam Hussain (a.) sagte:

“Sie haben mich dazu geführt zwischen dem Märtyrer-Tod und der Erniedrigung zu entscheiden. “Heyhat minezzille” Die Erniedrigung gibt es bei uns nicht. Wir sind fern, von der Erniedrigung.”

Imam Husain (a.) entschied sich für den Tod und das Märtyrium anstatt Yazid den Treueid zu geben.

Diese Worte von Imam Husain (a.) wiederspiegeln die Philosophie seines Aufstandes. Für die Wiederbelebung und Besserung des Islams ist die Selbstopferung notwendig auch wenn es das eigene Leben kostet.

Der Aufstand von Imam Husain (a.) in Kerbala ist ein beispielloser und einzigartiger Aufstand.

Kerbala ist eine Lichtquelle für alle göttlichen Revolutionen geworden und die Aussagen Imam Hussain´s (a.) an die Soldaten des tyrannischen Herrschers Yazid haben in den Köpfen aller Menschen Revolutionen hervorgerufen.

Imam Hussain (a.) sprach zu ihnen:

“Oh ihr Menschen! Auch wenn ihr keine Religion habt und an Allah und den Tag der Auferstehung nicht glaubt, so seid zumindest freie Menschen auf der Welt.”

Menschen, die nach irdischem Rang und Macht streben sind keine freien Menschen, sie sind Gefangene ihrer Seele und des Teufels. Sie unterdrücken andere Menschen, um ihre eigene Macht aufrecht zu erhalten, sie handeln ungerecht, beuten andere Menschen aus, foltern, besetzen andere Länder und sie dienen mit Krieg und Blut dem Teufel.

Imam Hussain (a.) hat mit seinem Aufstand der Menschheit gelehrt, dass man Ungerechtigkeit und Erniedrigung nicht hinnehmen soll, sondern sich dagegen wehren muss, um freie Menschen zu werden.

Imam Hussain (a.) sagte:

“Lieber sterbe ich, als mit den Ungerechten in Erniedrigung zu leben.”

Wir müssen die Ereignisse in Karbala und den Aufstand von Imam Husain (a.) gründlich analysieren und unsere Lehren daraus ziehen um sie in der Praxis umzusetzen.

„Der Friede sei mit Euch und Allahs Barmherzigkeit und Seine Gnade“

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Die Philosophie der Trauerzeremonien für Imam Hussain (a.) – Freitagsansprache 18.12.2009

„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“

 Gepriesen sei Allah, der Erhabene und der Herr der Welten und Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten.

 Ich rate mir selbst und Ihnen zu Frömmigkeit und Gottesfurcht.

 يَاأَيُّهَا الَّذِينَ ءَامَنُوا اسْتَعِينُوا بِالصَّبْرِ وَالصَّلَاةِ إِنَّ اللَّهَ مَعَ الصَّابِرِينَ – وَلَا تَقُولُوا لِمَنْ يُقْتَلُ فِي سَبِيلِ اللَّهِ أَمْوَاتٌ بَلْ أَحْيَاءٌ وَلَكِنْ لَا تَشْعُرُونَ – وَلَنَبْلُوَنَّكُمْ بِشَيْءٍ مِنَ الْخَوْفِ وَالْجُوعِ وَنَقْصٍ مِنَ الْأَمْوَالِ وَالْأَنْفُسِ وَالثَّمَرَاتِ وَبَشِّرِ الصَّابِرِينَ – الَّذِينَ إِذَا أَصَابَتْهُمْ مُصِيبَةٌ قَالُوا إِنَّا لِلَّهِ وَإِنَّا إِلَيْهِ رَاجِعُونَ

 Oh ihr diejenigen, die überzeugt sind, sucht Hilfe in der Geduld und im Gebet; wahrlich Allah ist mit den Geduldigen.  Und nennt nicht jene, die auf Allahs Weg getötet wurden, Tote. Vielmehr sind sie Lebende, ihr aber nehmt es nicht wahr. Und gewiss werden wir euch prüfen durch etwas Angst, den Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und den Früchten. Und verheiße den Geduldigen. Die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: Wir gehören Allah und zu Ihm kehren wir zurück. [1]

 

 Der Gesandte Allah´s (s.) sagte:

,Es gibt eine Tugend, die höher als jede andere Tugend ist. Diese ist, wenn eine Person auf dem Wege Allahs, dem Allmächtigen und Glorreichen, getötet wird. Es gibt keine höhere Tugend!“[ii]
 

 

Die Philosophie der Trauerzeremonien für Imam Hussain (a.)

 Liebe Gläubige, sehr geehrte Geschwister im Islam,

 Das Abhalten von Trauerzeremonien für die Mitglieder der Prophetenfamilie, Ahlul-Bait (a.), hat im schiitischen Islam eine besondere Stellung. Insbesondere die Trauerzeremonien zu Muharram und Aschura haben die Schia am Leben erhalten. Aber die eigentliche Bedeutung und die Wahrheit dieser Trauerzeremonien werden von vielen immer noch nicht erkannt.

Es gibt welche, die sind der Meinung, dass diese Zeremonien inhaltslos sind. Das Trauern und das Gedenken an Menschen, die vor Jahrhunderten verstorben sind, halten sie für nutzlos.

Dann gibt es welche, die die Meinung vertreten, dass diese Zeremonien aufgrund der göttlichen Verdienste (Sawab), abzuhalten sein sollten. Sie unterstreichen, dass es gar ungerechtes Handeln gegenüber Imam Hussain (a.) wäre, die Tragödie in Karbala nicht zu Gedenken und zu trauern.

Und es gibt welche, die sind der Meinung, dass nicht das Weinen das eigentliche Ziel, dieser Zeremonien ist, sondern die Zeremonien sollten nur als ein Anlass betrachtet werden.

All diese Meinungen geben aber die wahre Philosophie der Trauerzeremonien nicht in allen Aspekten, wieder.

Wenn man die wahren Inhalte der Trauergesänge und Klagelieder genauer betrachtet und die Empfehlungen der Imame (a.) in Bezug auf diese Zeremonien prüft, kommt man zu dem Schluss, dass diese Trauerzeremonien gar nicht mal so oberflächlich sind. Sie beinhalten Nutzen und Vorteile für das Diesseits und für das Jenseits.

Die Bedeutung dieser Trauerzeremonien kann erst dann erkannt werden, wenn auch über den Grund des Aufstandes von Imam Hussain (a.) nachgedacht wird. Warum zog Imam Hussain (a.) nach Karbala und beendete sein Leben mit einem heldenhaften Martyrium? Was war das für eine Schlacht in Karbala?

In dieser Ansprache wollen wir versuchen, einige Gründe für das Trauern und Gedenken an Imam Hussain (a.) und den Märtyrern von Karbala, darzustellen:

Die Trauerzeremonien und das Weinen für Imam Hussain (a.)

1. Die Trauerzeremonien und Andachten werden gehalten, um die Philosophie des Aufstandes von Imam Hussain (a.) und die Art seines Widerstandes gegen den damaligen Tyrannen, zu verstehen. Somit sollen wir uns bewusst werden, was unsere Aufgabe heute, gegenüber den Tyrannen unserer Zeit, ist.

2. Ein weiterer Grund, für das Abhalten dieser Zeremonien ist das Weiterleiten der Botschaft des Aufstandes von Imam Hussain (a.) für die Bewahrung des wahren Islam´s und die Freiheit der Menschen, an die nächsten Generationen. Der Aufstand von Imam Hussain (a.) muss lebendig bewahrt werden. Dieser Aufstand muss an die nächsten Generationen übermittelt werden. Die Nachricht des Aufstandes von Imam Hussain (a.) hat uns erreicht und uns Leben gegeben. Sowie es uns erreicht hat, sollte es auch die nächsten Generationen erreichen und deren Herzen mit Licht und Leben füllen. Der Aufstand von Imam Hussain (a.) begoss den Baum des Islam´s, der am austrocknen war, mit Märtyrerblut und gab ihm wieder Leben. Der heilige Qur´an, der nur noch die Regale schmückte, wurde wiederbelebt. Für diese heiligen Ziele gab der Enkel des Propheten alles, was er besaß: Sein Hab und Gut, sein Leben und seine Angehörigen. Das Martyrium von Imam Hussain (a.) muss lebendig erhalten werden, es darf nicht in Vergessenheit geraten. Die eigentliche Philosophie des Lebens wird mit diesem Aufstand beschrieben.

3. Die Trauerzeremonien bringen die Menschen, die sich auf dem Wege der Wahrheit bemühen, zusammen und stärken ihre Einheit. Sie können den Kampf gegen die Ungerechtigkeit gemeinsam führen.

4. Karbala und Aschura sind Symbole für alle Freiheitskämpfer aller Zeiten. Imam Hussain (a.) ist ein weiser Führer für alle Welten. Diese heiligen Symbole müssen am Leben erhalten werden. Damit diese heiligen Symbole bewahrt werden und Imam Hussain (a.), der die Quelle der Inspiration ist, gekannt und erkannt wird, müssen diese Trauerzeremonien abgehalten werden.

5. In diesen Zeremonien, mit den Klageliedern und Trauergesängen, wird ein Band der Liebe mit Imam Hussain (a.) geschlossen. Diejenigen, die sich die „Schule von Imam Hussain (s.)“ nicht zu ihrem Weg genommen haben, können die tragischen Szenen in Karbala nicht nachempfinden. Sie können keine Tränen der Liebe gießen und sich klagend an die Brust klopfen.

6. Das Weinen für Imam Hussain (a.) und den Märtyrern von Karbala selbst, ist eine Tugend und ein Verdienst.

Es wird vom Propheten überliefert, dass er sagte:

„Wahrlich, es gibt in den Herzen der Gläubigen in Bezug auf das Märtyrium Imam Hussain’s (a.) ein Feuer, das niemals erlischt.“[iii]

 

Eine weitere Überlieferung vom Propheten besagt:

„O Fatima! Jedes Auge wird am Tage der Auferstehung weinen, bis auf das Auge, welches wegen der Tragödie von Hussein  Tränen vergossen hat. Mit Sicherheit wird dieses Auge lachen, und es wird ihm die frohe Botschaft der Großzügigkeit und der Annehmlichkeiten des Paradieses verkündet werden.“[iv]

Das Trauern und Weinen für Imam Hussain (a.) und seinen Gefährten in Karbala, bringt Verdienste für das Jenseits und erhöht gleichzeitig die Ziele des Märtyrers. Es gibt der Schule des Aufstandes neues Leben. Die Tränen haben für die Märtyrer keinen Nutzen, aber sie fördern das Schließen eines Bandes der Liebe mit Imam Hussain (a.) und füllt die Herzen mit Liebe und Spiritualität. Der Sinn dieser Zeremonien ist nicht nur das Vergießen von Tränen, sondern sie sind neben der spirituellen Dimension, auch eine politische Handlung. Das Zusammenhalten im Bezug auf gemeinsame Ziele führen zur Einheit und das gemeinsame Gedenken, gemeinsamer Ziele.

Die Reinen Imame (a.) haben empfohlen, diese Zeremonien abzuhalten, damit der Aufstand von Karbala und die Philosophie des Aufstandes, nicht vergessen werden. Imam Zain-ul-Abidin (a.) weinte zwanzig Jahre lang über die Tragödie von Karbala und veranlasste, dass die Trauerzeremonien, anlässlich des Martyrium von Imam Hussain (a.), abgehalten werden.

Imam Sadiq (a.) sagte über Imam Zain-ul Abidin (a.)

„Ali ibn al-Hussain weinte über Hussain (a.) zwanzig Jahre lang . Niemals wurde das Essen vor ihm platziert, ohne dass er anfing zu weinen.“[v]


Imam Baqir (a.) hatte zu seinen Lebzeiten stets diese Trauerzeremonien veranstaltet und er hinterließ in seinem Testament, dass nach seinem Tot, für weitere 10 Jahre anlässlich der Tragödie von Karbala, diese Trauerzeremonien abgehalten werden. Imam Baqir (a.) liess Trauerzeremonien insbesondere zu Zeiten der Pilgerfahrt in Mina veranstalten und zeigte damit, dass diese Zeremonien sowohl geistig-spirituell, als auch politisch sind. Denn bei diesen Zeremonien, werden die Ziele des Aufstandes von Imam Hussain (a.) erzählt und die Untaten des damaligen tyrannischen Herrschers benannt. Die Pilgerer, die aus den unterschiedlichsten Orten der Erde, sich zur Pilgerfahrt versammelten, konnten die wahren Ziele des Aufstandes von Imam Hussain (a.) hören und diese dann, nach der Pilgerfahrt, in ihrem eigenen Umfeld,  weiter erzählen.

Somit wurde die Botschaft von Karbala weitergeleitet und die Menschen konnten das Gute vom Bösen unterscheiden.

 

Neben alldem aber, wird durch das Weinen, das Singen von Klageliedern und das Klopfen auf die Brust, ein Band des Herzens mit der Ahlul-Bait (a.) geschlossen.

Heutzutage halten einige, die sich für besonders klug und Intellektuell halten, das Weinen und Trauern für Imam Hussain (a.) als albern. Sie suchen nach rationellen Gründen für diese Veranstaltungen und wenn sie nicht fündig werden, verstehen sie den wahren Grund nicht und halten es für nutzlos.

Sie verstehen nicht, dass das Weinen eine Angelegenheit des Herzens ist.

  • Die Tränen sind das Vorscheinen der Liebe, sie sind die Sprache des Herzens und die Zeichen der Liebe.

 

  • Die Tränen, sind die Übersetzer der Gefühle und Sinne.

 

  • Durch die Tränen offenbaren wir uns dem Imam. Sie sind Ausdruck unserer Anteilnahme an der Trauer der Ahlul-Bait (a.).

 

  • Die Tränen, bringen das Feuer des Geistes zum Löschen und lassen die Liebe zu Hussain (a.) in unserem Herzen aufblühen.

 

  • Die Tränen, löschen den Durst der durstigen Herzen.

 

  • Die Tränen sind die Nährstoffe der Schule von Aschura.

 

Um dies verstehen zu können, muss man den Aufstand von Imam Hussain (a.) verstehen. Man muss die Lehrschule von Karbala verstehen. Noch deutlicher ausgedrückt muss man die göttliche Liebe verstehen, aber nicht dem Verstand, sondern mit einem reinen Herz.

Oh Allah! Lass in unseren Herzen die göttliche Liebe gedeihen.

Oh Herr! Lass in unseren Herzen die Liebe zu Imam Hussain (a.) gedeihen.

Oh Allah! Gewähre uns auch auf Deinem Wege das Martyrium zu erlangen, sowie Imam Hussain (a.).

Oh Gott! Gewähre uns, den heiligen Schrein von Imam Hussain (a.), zu besuchen.

Oh Allah! Lass uns am Tage der Auferstehung, die Fürsprache von Imam Hussain (a.) zukommen.

„Der Friede sei mit Euch und Allahs Barmherzigkeit und Seine Gnade“

 


[1] (Heiliger Qur´an 2: 153 -156)

[ii] (Bihar-ul-Anwar, B. 10, S. 318)

[iii] (Mustadrak al-Wasail, B. 10, S. 318)

[iv] (Bihar al-Anwar, B. 44, S. 293) 

[v] (Bihar al-Anwar, Vol. 46, pg. 108)

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  Als PDF: Das Mubahala-Ereignis im Qur´an – Freitagsansprache 11.12.2009 

„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“

 Gepriesen sei Allah, der Erhabene und der Herr der Welten und Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten.

 Ich rate mir selbst und Ihnen zu Frömmigkeit und Gottesfurcht.

 قُلْ يَاأَهْلَ الْكِتَابِ تَعَالَوْا إِلَى كَلِمَةٍ سَوَاءٍ بَيْنَنَا وَبَيْنَكُمْ أَلَّا نَعْبُدَ إِلَّا اللَّهَ وَلَا نُشْرِكَ بِهِ شَيْئًا وَلَا يَتَّخِذَ بَعْضُنَا بَعْضًا أَرْبَابًا مِنْ دُونِ اللَّهِ فَإِنْ تَوَلَّوْا فَقُولُوا اشْهَدُوا بِأَنَّا مُ

 Sprich: Oh Angehörige der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und zwischen euch, dass wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihm annehmen und dass nicht einige von uns andere zu Herren nehmen außer Allah. Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: Bezeugt, dass wir Ergebene sind. ( Aal-Imran, 64)

 Prophet  Muhammad (s.) sagte über seine Ahl-ul-Bait:

„Eilt ihnen nicht voraus und bleibt nicht zurück, sonnst werdet ihr Zugrundegehen, und belehrt sie nicht, denn sie wissen mehr als ihr!“

 

Das Mubahala- Ereignis im heiligen Qur´an

 Liebe Gläubige, sehr geehrte Geschwister im Islam,

 Am 24. Dhul-Hidscha 10 n.d.H fand das “Mubahala-Ereignis”, zwischen dem Propheten Muhammed (s.) und den Christen von Nadschran, statt.

 Mubahala “Selbstverfluchungsordal“ (das gegenseitige Flehen zu Allah, wer Recht hat, mit anschließender Verfluchung des Lügners).

 Dieses Ereignis ist eines von vielen Ereignissen, die die Rechtmäßigkeit des Islam´s belegt und beweist. Es wird sowohl im heiligen Qur´an über dieses Ereignis hingewiesen als auch in Geschichtsbüchern detailliert daüber berichtet. In dieser Ansprache möchte ich kurz dieses Ereignis schildern.

 Historischer Ablauf des Mubahala-Ereignisses

 In der ersten Jahren der Verkündung des Islam´s, durch den Propheten Muhammed (s.), lebten in Hidschaz Christen nur in der Provinz Nadschran. Sie waren durch besondere Umstände vom Polythesimus abgekommen und konvertierten zu der Religion von Jesus (a).

 Nach dem der Gesandte Allah´s (s.) in Medina den islamischen Staat aufgerufen hatte, sandte er in benachbarte Regionen, Briefe, in denen er die Menschen zum Islam, der wahren Religion, einlud. Auch die Stammesälteren der Christen von Nadschran haben einen Brief erhalten.

 Der Brief des des Propheten Muhammed (s.) an die Christen von Nadschran im ungefähren Wortlaut:

 Im Namen des Gottes von Abraham, Ishak und Yakub

 Von Muhammed, dem Gesandten Allah´s an den Bischof von Nadschran! Lob und Dank sei dem Gott von Abraham, Ishak und Yakub. Ich lade euch ein, anstelle von Götzen, nur Allah anzubeten. Ich lade euch ein, der Führung (Wilayah) von Menschen abzusagen und der Führung (Wilayah) Allah´s beizutreten. Wenn ihr meine Einladung nicht annehmt, so müsst ihr Schutzsteuern – Dschizya[ جزية] an den islamischen Staat entrichten. Und wenn ihr dies auch nicht akzpetiert, so teile ich euch mit, dass ihr einer großen Gefahr gegenübersteht.”

 Die Botschafter des Propheten Muhammed (s.) übergaben diesen Brief an den Bischof von Nadschran.

Nachdem der Bischof von Nadschran den Brief  las, rief er die Gemeindeälteren zu einer Versammlung zusammen und sie gründeten einen Rat, um über diese Angelegenheit zu beraten. Der Rat, der aus religiösen Entscheidungsträgern, Beamten und Leitern von Verwaltungen bestand, wollte eine Entscheidung fällen, wie mit der Situation umzugehen ist.

Ein, für seine Weisheit bekanntes Mitglied des Rates, namens Sardschil sagte: “Wir haben von unserer religiösen Lehrern gehört, dass das Prophetentum von dem Stamm des Ishak´s (a.) zum Stamm des Ismael übergehen wird. So kann es durchaus sein, dass der prophezeite Prophet Muhammed (s.) ist, der ja dem Stamm von Ismail angehört.”

Nach langen Diskussionen wurde letzendlich entschieden eine Delegation nach Medina zu schicken um den Propheten aus der Nähe sehen und nach Zeichen seiner Wahrheit zu suchen.

Angeführt vom Herrscher von Nadschran begab sich die Delegation auf die Reise nach Medina. In prachtvollen und blendenden Kleidern gingen sie in die Propheten- Moschee, um Muhammed (s.) zu sprechen. Als der Prophet die übertriebene Pracht der Trachten der Nadschraner sah, wollte er nicht mit ihnen sprechen und wandte sich von ihnen ab. Die Nadschraner Delegation verstand den Grund der Abneigung des Propheten und ging zurück um nach einigen Tagen mit gewöhnlicher Kleidung wiederzukommen.

Sie diskutierten und stritten mit dem Gesandten Allah´s (s.) über die Wahrheit der jeweils eigenen Position. Obwohl der Prophet Muhammed (s.) unwiderlegbare Beweise über die Wahrheit des Islam´s brachte, hielten die Nadschraner an ihrer eigenen Meinung fest.

Auf Gottes Befehl schließlich, lud sie der Prophet (s.) zur Mubahala ein. Mubahala ist die Erflehung zweier Parteien zu Allah, mit einer Verfluchung und Verwünschung der Partei, die Unrecht hat.  Die Nadschraner nahmen dieses Angebot an, mit der Bedingung, dass die Mubahala schon morgen stattfindet.

Am nächsten Tag wartete schon eine große Menschenmenge und wollte das Mubahala-Ereignis sehen. Die Christen von Nadschran waren schon vor dem Propheten (s.) da und warteten auf die muslimische Gruppe. Von der Ferne sahen sie den Propheten zum vereinbarten Ort kommen. Sie sahen, dass der Prophet (s.) ein Kind in den Armen trägt, ein anderes an der Hand hält in Begleitung eines Mannes und einer Frau kommt. Entgegen ihrer Erwartungen, kam der Prophet nur mit einer kleinen Gruppe von insgesamt fünf Personen. Sie hatten mit einer großen Gruppe von Muslimen gerechnet.

Die Stammesälteren der Christen fragten nach diesen Personen, die der Prophet mit sich brachte. Als man ihnen sagte, dass diese die ihm am Nähesten und die vom Propheten am meisten geliebten und geehrten Menschen sind – nämlich Fatima (a.) die Tochter des Propheten, ihr Mann Ali (a.) der Schwiegersohn und Vetter des Propheten und die Enkelkinder des Propheten, Hasan und Hussain (a) – , war der religiöse Führer der Christen von der Bedeutung dieser großartigen Menschen angetan, änderte seine Meinung und sagte:

„Sehr ihr, wie Muhammed (s.) mit Gewissheit und Selbstvertrauen seine Nächsten zur Mubahala bringt. Bei Gott! Er kniet zur Mubahala, wie die Propheten zuvor zur Mubahala knieten. Hätte er auch nur einen kleinen Zweifel an seiner eigenen Wahrheit, so würde er nicht mit seiner Familie und seinen Kindern kommen. Hört, oh meine Gemeinde! Im Gesicht dieser großartigen Person (Muhammed (s.)) erblicke ich Spiritualität und Licht. Wenn diese fünf Menschen darum beten würden, dass sich ein Berg versetzen soll, würde sich der Berg versetzen. Nehmt Abstand von der Mubahala, sonst wird uns der Fluch vernichten.“

Sie sandten einen Botschafter zu dem Propheten und baten um die Aufhebung der Mubahala und boten an, dass der Prophet unter ihnen schlichtet. Der Gesandte Allah´s (s.) akzeptierte deren Angebot und liess Imam Ali (s.) ein Friedensabkommen ausfertigen und das Mubahala-Ereignis fand ihr Ende.

 Im heiligen Qur´an lesen wir über dieses Ereignis in der Sura Aal-Imran, Ayat 61 wie folgt:

 فَمَنْ حَاجَّكَ فِيهِ مِنْ بَعْدِ مَا جَاءَكَ مِنَ الْعِلْمِ فَقُلْ تَعَالَوْا نَدْعُ أَبْنَاءَنَا وَأَبْنَاءَكُمْ وَنِسَاءَنَا وَنِسَاءَكُمْ وَأَنْفُسَنَا وَأَنْفُسَكُمْ ثُمَّ نَبْتَهِلْ فَنَجْعَلْ لَعْنَةَ اللَّهِ عَلَى الْكَاذِبِينَ

 Und wenn sich jemand mit dir über sie (die Wahrheit) streitet, nachdem das Wissen zu dir (oh Muhammad) kam, so sprich: ‚Kommt her, lasst uns rufen unsere Söhne und eure Söhne unsere Frauen und eure Frauen und unsere Seelen und eure Seelen. Als dann wollen wir zu Allah flehen und mit Allahs Fluch die Lügner bestrafen‘ (Heiliger Qur’an Aal-Imran: 61).

 Eine nähere Betrachtung der Ayat

Diese Ayat wurde erst nachdem die Nadschraner Christen nach langen Diskussionen mit dem Propheten Muhammed (s.) über dessen Wahrheit, immer noch an ihren falschen Behauptungen festhielten, offenbart. Der Prophet lud sie nicht ohne Grund zu der Mubahala ein. Erst hat er sie mittels Briefe zur Wahrheit eingeladen, dann mit Ihnen lange diskutiert und als dies auch keine Lösung erbrachte, rief er sie zur Mubahala, dem gegenseitigen Verfluchen, auf. Dies lehrt uns, dass es nicht so einfach zu einer Verfluchung kommen darf. Erst muss in bester Weise in schönster Redeart zu der Wahrheit eingeladen werden. Dann müssen Beweise und Belege über die Wahrheit erbracht werden. Erst danach, als allerletzte Lösung, ist ein Fluchen und Verfluchen überhaupt gerechtfertigt.

Ein tatkräftiger Beweis für die eigene Richtigkeit ist, dass der Prophet, seine eigene Familie und die ihm wervollsten Menschen mit in eine so gefährliche Angelegenheit nahm. Dies zeigt die Gewissheit und die Überzeugung von der eigenen Wahrheit.

 „…lasst uns rufen unsere Söhne und eure Söhne…“ lesen wir in dem Vers.

Der Gesandte Allah´s (s.) bringt aus islamischer Seite jedoch nur Hassan und Hussain (a.). Dies zeigt, dass diese zwei Kinder, die dem Propheten am nähesten sind und diese zwei alle Söhne der islamischen Gemeinschaft vertreten. Der Rang dieser zwei Menschen ist so hoch, dass sie “die Söhne des Islam´s” vertreten dürfen. Diese zwei Söhne des Islam´s sind auch nach dem Ableben des Propheten, die rechtmäßigen Vertreter des Islam´s.  Auf welcher Seite sie (Imam Hasan u. Hussain) stehen, ist die Seite der Gerechtigkeit und die Zufriedenheit Allah´s ist mit denjenigen, die an ihrer Seite stehen.

In der Ayat geht es dann weiter:

„…unsere Frauen und eure Frauen…“

Wenn wir jedoch das Mubahala-Ereignis betrachten, sehen wir, dass nur Fatima Zahra (s.) den Propheten begleitet. Keine andere Frau war da, keine einzige Frau der Gefährten des Propheten und keine Ehefrau des Propheten, haben an diesem historischen Moment, den Rang, den Propheten zu begleiten, und Frau im Islam, zu vertreten. Nur Fatima Zahra (s.) hat das Recht einzig und alleine, die Frau des Islam´s zu verkörpern. Eine weitere, wichtige Tatsache ist, dass eine Frau an diesem Ereignis beteiligt ist. Dies zeigt die Bedeutung und die hohe Stellung der Frau im Islam.

Dann geht es weiter in der Ayat: „…und unsere Seelen und eure Seelen…“

Dieser Satz zeigt deutlich, durch wen die islamische Gemeinschaft (Umma) vertreten wird. Der Gesandte Allah´s (s.) und Ali (a.) sind die Vertreter des Islam´s und die edelsten Persönlichkeiten unter den Muslimen. Keinen einzigen Gefährten nimmt der Prophet zur Mubahala mit.

Es wird überliefert, wie der Gesandte Allah´s (s.) sagte:

Oh Ali! Du und ich, sind die Väter dieser Gemeinschaft (Umma).

Dass der Prophet nur diese vier Personen mit sich nahm, hat seinen Grund. An die Muslime sollte damit eine klare Botschaft vermittelt werden. Nämlich, dass diese Personen im Recht sind und wir nicht gegenüber diesen stehen sollen. Und wir sollen nicht an der Seite derer stehen, die gegen sie sind und gegen sie kämpfen.

Damals haben die Christen von Nadschran den Propheten verstanden und aus Angst vor der Strafe Gottes, die Mubahala aufgegeben. Die Muslime indes, haben gegen die Verse des heiligen Qur´an´s und die Aussagen des Propheten verstossen und Fatima Zahra (s.), die Tochter des Propheten, bekümmert. Sie haben einen Krieg gegen Imam Ali (a.) geführt und Imam Hassan und Imam Hussain (a.) wurden durch sie ermordet.

Unmittelbar nach dem Mubahala-Ereignis nahm der Gesandte Allah´s (s.) Ali, Fatima, Hassan und Hussain (a.) zu sich und sagte: Oh Allah! Diese sind meine Ahlul-Bait.

Der Gesandte Allah´s verkündete zum wiederholten male, wer seine Ahlul-Bait ist.

 Möge Allah uns von dem geraden Wege des Ahlul-Bait nicht trennen

Möge Allah uns allen die Fürprache der Ahlul-Bait zukommen lassen.

 „Der Friede sei mit Euch und Allahs Barmherzigkeit und Seine Gnade“

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PDF: 04.12.2009 Ghadir Chum – das Fest der Führung

„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Gepriesen sei Allah, der Erhabene und der Herr der Welten und Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten.

 Ich rate mir selbst und Ihnen zu Frömmigkeit und Gottesfurcht.

إِنَّمَا وَلِيُّكُمُ اللَّهُ وَرَسُولُهُ وَالَّذِينَ ءَامَنُوا الَّذِينَ يُقِيمُونَ الصَّلَاةَ وَيُؤْتُونَ الزَّكَاةَ وَهُمْ رَاكِعُونَ

وَمَنْ يَتَوَلَّ اللَّهَ وَرَسُولَهُ وَالَّذِينَ ءَامَنُوا فَإِنَّ حِزْبَ اللَّهِ هُمُ الْغَالِبُونَ

 „Euer Schutzfreund [wali] ist ja ALLAH und sein Gesandter und diejenigen, die glauben, diejenigen, die das Ritualgebet verrichten und die Zakat entrichten, während sie sich verneigen. Und wer sich mit ALLAH und Seinem Gesandten und denjenigen befreundet, die glauben, so sind sie die Partei ALLAHs, und sie sind die Siegreichen.“ (Al-Maida,55).

 Der heilige Prophet (ص) sagte: „Das Gleichnis meiner Ahl-ul Bayt ist wie die Arche Noahs: Wer ihr folgt, wird gerettet und wer sich von ihr fernhält ertrinkt (wird bestraft).“ Bihar-ul-Anwar, vol. 27, S. 113

 Das Ghadir Chum Fest

 Liebe Gläubige, sehr geehrte Geschwister im Islam,

 Der Führungsauftrag (Wilaya) und das Imamat hat die Aufgabe, die Ziele und Aufgaben der göttlichen Botschaft nach dem Ableben des Propheten unverfälscht zu bewahren.

Die Führung (Imamet) ist der Grund für die Unterschiede zwischen den schiitischen und den sunnitischen Muslimen. Ein Großteil der sunnitischen Gelehrten behaupten, dass die Führung der muslimischen Gemeinschaft nicht von Gott bestimmt worden ist und die Muslime ihren Führer selber bestimmen müssen. Schiiten hingegen sind der Meinung, dass der Imam (Oberhaupt, Anführer) der Muslime nur von Gott allein bestimmt werden kann.

So wie Allah seine Propheten und Gesandten selber bestimmt, ist Er (Allah) auch der Entscheidungsträger für die Führung der Muslime nach dem Ableben des Propheten. Allah der Barmhezige entscheidet letztendlich, wer Seine Religion auf Erden führt und wer das Oberhaupt der Muslime ist. Dies geht so aus dem heiligen Qur´an aus.

Der Gesandte Allah’s sprach:

„Ich bin die Stadt des Wissens und Ali ist das Tor. Wer zu mir gelangen will, soll durch das Tor der Stadt gehen.“

Ghadir Chum ist der Ort an dem dieser Führer durch Allah (Subhanehu wa Taala) bestimmt wurde. Der Name bedeutet Brunnen von Chum, da sich an dem Ort eine Wasserstelle befindet.

Am 10. Jahr nach der Hidschra begab sich Prophet Muhammad (s.) zu seiner letzten Pilgerfahrt (hadsch). Diese wird auch die Abschiedspilgerfahrt (Hadschetul-Weda)genannt. An dieser Pilgerfahrt hat die bis dahin grösste Zahl der Muslime teilgenommen. Prophet Muhammed (s.) lehrte den Gläubigen ein letztes Mal alle Hadsch-Praktiken bis in die letzten Details. Nachdem alle Rituale der Pilgerfahrt beendet waren passierte Prophet Muhammad (s.) diesen Ort auf der Rückkehr von seiner letzten Pilgerfahrt [hadsch] und es wurde folgender Vers aus dem Heiligen Qur’an offenbart:

يَاأَيُّهَا الرَّسُولُ بَلِّغْ مَا أُنْزِلَ إِلَيْكَ مِنْ رَبِّكَ وَإِنْ لَمْ تَفْعَلْ فَمَا بَلَّغْتَ رِسَالَتَهُ وَاللَّهُ يَعْصِمُكَ مِنَ النَّاسِ إِنَّ اللَّهَ لَا يَهْدِي الْقَوْمَ الْكَافِرِينَ

 „Oh du Gesandter! Verkündige, was zu dir von deinem Herrn hinab gesandt wurde; und wenn du es nicht tust, so hast du seine Botschaft nicht verkündigt. Und Allah wird dich vor den Menschen schützen.“ (Al-Maida,67).

Prophet Muhammad (s.) ließ alle Pilger zusammenrufen. Er ließ diejenigen, die vorausgeeilt waren, zurückrufen und wartete auf diejenigen, die nachkamen, und hielt seine letzte öffentliche Rede vor größerer Versammlung an ungefähr 120.000 Muslime, die anwesend waren.

Der Höhepunkt seiner Predigt war, als er Imam Ali (a.) an die Hand nahm und seine Anhänger fragte, ob er die höchste Autorität [maula] über sie hätte. Die Menge antwortete: „So ist es, oh Gesandter Allahs“.

Er verkündete dann: „Derjenige, dessen Herr [maula] ich bin, von dem ist auch Ali sein Herr [maula]. Oh Gott, sei der Freund dessen, der ihn zum Freund hat und sei der Feind dessen, der ihn zum Feind hat.“

Nach der Verkündung bat der Prophet Muhammad (s.) jeden, Imam Ali (a.) den Treueid zu schwören und ihm zu gratulieren

Wie wir aus den Qur´anversen sehen können, weist Allah seinen Propheten an, zu verkünden, da sonst seine Aufgabe der Übermittlung der göttlichen Botschaft  nicht erbracht wäre. Diese Anweisung war Bedingung für die Akzeptanz für die erfolgreiche Ausführung der 23 Jahre, die Prophet Muhammed, als Gesandter Gottes gedient hatte.

Unmittelbar nach dem Ende der Rede wurde Prophet Muhammad (s.) folgender Vers aus dem Heiliger Qur’an offenbart:

ٱلۡيَوۡمَ أَكۡمَلۡتُ لَكُمۡ دِينَكُمۡ وَأَتۡمَمۡتُ عَلَيۡكُمۡ نِعۡمَتِى وَرَضِيتُ لَكُمُ ٱلۡإِسۡلَـٰمَ دِينً۬ا‌ۚ

Heute habe ich eure Religion vervollkommnet und meine Gnade an euch erfüllt, und ich war zufrieden dass Islam eure Religion sein wird. (Al Maida, 3)

Obwohl sehr viel über diesen Vers und dessen lehhreichen Inhalten gesagt werden kann, will ich nur auf einige Punkte hinweisen:

  • An diesem Tag wurde die Nachfolge des Propheten bestimmt, so dass die Ungläubigen, die auf den Tod des Propheten warteten nun hoffnungslos und enttäuscht waren. Diejenigen, die nach Prophet Muhammed (s.) die Macht ergreifen wollten, haben ihre Hoffnungen verloren.

 

  • Habt keine Angst vor Ihnen und fürchtet die Feinde des Islams nicht, denn wir haben die Religion und die Führung in gute Hände gegeben.

 

  • Fürchtet nur Allah. Diese Gabe ist ein ganz besonderes Geschenk des Allmächtigen und sollte geachtet und mit Dank angenommen werden.

 

  • Heute hat Allah seine Religion vervollkommnet. Das bedeutet, dieses Ereignis führt auch zur Vervollkommnung des Menschen.

 

  • Allah hat seine Gnade erfüllt. Das Bestimmen des Führers und des Imams wird als die Erfüllung der Gnade betrachtet. Fragen wie es denn nach dem Propheten weitergehen wird, und die Bestimmung des Weges waren somit bis zum jüngsten Tag geklärt worden.

Der Prophet (s.) sagte zu Ali (s.):

„Ich bin dir durch meine Eigenschaft als Prophet überlegen. Denn nach mir wird kein Prophet mehr kommen. Du bist anderen Leuten durch sieben Eigenschaften überlegen. Keiner der Männer der Koreischiten kann sich in diesen Eigenschaften mit dir messen lassen. Unter ihnen allen bist du der Vorreiter im Glauben an Gott, der Treueste zum Bündnis mit Gott, der Härteste in der Durchführung göttlicher Beschlüsse, derjenige, der in Gleichheit teilt, der am rechtesten die Leute behandelt, der am scharfsinnigsten urteilt und der bei Gott der bevorzugteste unter ihnen ist.“

Die Wichtigkeit und die Mission des Imamats

Da Imamat, die Führung die Fortsetzung des Prophetentums ist, bedeutet dies gleichzeitig das Übernehmen der Aufgaben des Propheten, bis auf ein eines, nämlich das Erhalten von Eingebungen (Wahy)

Die Mission der Propheten ist dreierlei:

  1. Das Erhalten von Offenbarungen und Eingebungen (Wahy)
  2. Beschützen und aufrechterhalten der Offenbarungen vor Abänderungen
  3. Die Offenbarung den Menschen verkünden, lehren, auslegen und umsetzen

Die Imame übernehmen diese Aufgaben, bis auf die erste, das Erhalten von  Offenbarungen ist nur den Propheten gewährt da Prophet Muhammed (s) das Siegel der Propheten ist, wird es auch keine weiteren Offenbarungen geben.

Das Imamat bewahrt die Offenbarung, verkündet sie den Menschen und sie setzt die Führung um. Wenn es Führungsposition nicht gäbe wäre die Religion mit der Zeit verschwunden, denn zwei wichtige Aufgaben des Propheten wären liegengeblieben.

Imamat ist die Absicherung des Islams

Imamat ist die Bewahrung der Religion und des heiligen Qur´ans

Imamat ist die Auslegung der Religion und des Qur´ans.

Imamat ist die Rechtleitung zum geraden Wege

Imamat ist die Achse und die Essenz der Religion

Aus diesen Gründen ist der Ghadir Chum Fest das größte Fest für die Muslime.

Möge Allah uns von dem Imamat und der Führung niemals trennen und uns an dem Seil der Führung festhalten.

 „Der Friede sei mit Euch und Allahs Barmherzigkeit und Seine Gnade“

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