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Archive for April 2010

 

Als PDF:Der 1. Mai aus religiöser Betrachtung, Freitagsansprache 30.04.2010

„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“

Gepriesen sei Allah, der Erhabene und der Herr der Welten und Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten.

Ich rate mir selbst und Ihnen zu Frömmigkeit und Gottesfurcht.

وَاذْكُرُوا نِعْمَةَ اللَّهِ عَلَيْكُمْ وَمِيثَاقَهُ الَّذِي وَاثَقَكُمْ بِهِ إِذْ قُلْتُمْ سَمِعْنَا وَأَطَعْنَا وَاتَّقُوا اللَّهَ إِنَّ اللَّهَ عَلِيمٌ بِذَاتِ الصُّدُورِ

Und gedenkt der Gnade Allahs gegen euch und des Bundes, den Er mit euch schloss, als ihr spracht: Wir hören und gehorchen.“ Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah weiß, was die Herzen verbergen (Al-Maedah, 7)

Imam Ali (a.) sprach:  „Allah, der Glorreiche, hat den Lebensunterhalt für den Mittellosen durch das Vermögen des Reichen festgesetzt. Wann immer ein Mittelloser folglich hungrig bleibt, ist dies, weil einige reiche Menschen ihnen das Teilen verweigert haben.“

 

Der 1.Mai aus religiöser Betrachtung

Liebe Gläubige, sehr geehrte Geschwister im Islam,

Der 1. Mai ist als Tag der Arbeit und der Arbeiter bekannt. Es ist allgemein bekannt, dass der 1. Mai von Sozialisten oder Kommunisten eingeführt worden ist. Heute wollen wir mal den 1. Mai aus der Sicht der Religion betrachten. Wir sollten gut analysieren wer und was Arbeiter sind.

Im heiligen Qur´an lesen wir:

 

وَإِلَى ثَمُودَ أَخَاهُمْ صَالِحًا قَالَ يَاقَوْمِ اعْبُدُوا اللَّهَ مَا لَكُمْ مِنْ إِلَهٍ غَيْرُهُ هُوَ أَنْشَأَكُمْ مِنَ الْأَرْضِ وَاسْتَعْمَرَكُمْ فِيهَا فَاسْتَغْفِرُوهُ ثُمَّ تُوبُوا إِلَيْهِ إِنَّ رَبِّي قَرِيبٌ مُجِيبٌ

Und zu den Thamud ihren Bruder Salih; er sagte: Oh mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott außer Ihm. Er hat euch aus der Erde hervorgebracht und ließ euch darauf ansiedeln. So erfleht seine Vergebung, dann seid reuevoll zu Ihm. Wahrlich, mein Herr ist nahe, antwortend. ( Hud, 61)

In dieser Ayah lesen wir, dass der Mensch aus der Erde hervorgebracht worden ist und dass er die Erde beleben soll. Allah hat den Menschen aus Erde geschaffen und will dass der Mensch die Erde bebaut und belebt, also der Mensch soll arbeiten, bauen und produzieren. Er soll sie zu einem den Menschen nützlichen Zustand bringen.

Gott hat dem Menschen Kraft und Energie gegeben und sieht vor, dass der Mensch diese Kraft beim Dienen zu Allah und zum Wohl der Gesellschaft und den Menschen einsetzen soll. Derjenige also, der seine Kraft auf dem Wege Gottes einsetzt ist ein Arbeiter. Ein Arbeiter ist ein Mensch, der Gott und seiner Schöpfung dient und sich für die Entwicklung der Gesellschaft einsetzt.

In diesem Zusammenhang sind Propheten die ersten und höchst angesehensten Arbeiter. Sie arbeiteten mal als Hirt und Schäfer, mal als Künstler und mal als Lehrer. Vom Ackerbau bis zu Kunst, Verwaltung und Politik, in jedem Bereich waren Propheten aktiv und haben für den Fortschrritt der Menschheit beigetragen. Imam Ali (a.)  grub Brunnen, damit die Menschen Trinkwasser haben. Er legte Dattelfelder an und trug damit um Wohle der Gesellschaft bei. Auf der anderen Seite diente er den Menschen als Lehrer und Erzieher und war in der Verwaltung tätig.

Um die Wichtigkeit und Bedeutung des Arbeiters deutlich zu machen, sagte der Gesandte Allah´s:

“Gebt den Lohn des Arbeiters und bezahlt ihn, noch bevor sein Schweiss trocknet.”

Also, sollte man die verrichtete Arbeit sofort entlohnen, die Bezahlung solte nicht verzögert werden.

Ein Arbeiter ist jemand der mit körperlicher Kraft und mit der Kraft der Vernunft arbeitet, produktiv und nützlich ist. Der Arbeiter trägt die meiste Last der Gesellschaft. Er ist der Diener und der Arbeiter der Gesellschaft. Seine Leistungen sollten von der Gesellschaft dementsprechend anerkannt und honoriert werden.

Derjenige aber, der nicht arbeitet und zu Lasten anderer lebt, wird in religiösen Quellen getadelt:

Der Prophet Muhammed (s.) sagte:

“Verflucht ist Derjenige, der seine Last anderen aufträgt.”

An einer anderen Stelle sagte der Gesandte Allah´s :

“Derjenige, der die in der Nacht wie ein Toter schläft  und den Tag erwerbslos und ohne Arbeit verbringt, erweckt die meiste Zorn Allah´s.”

Noch schlimmer als diese Menschen sind aber diejenigen, die durch List und Betrug ein Vermögen aufbauen, ungerechten Gewinn erzielen und andere um ihr Recht berauben. İn der Wirtschaft und der Lösung der gesellschaftlichen Probleme sind zwei Sachen ganz besonders wichtig. Geld und die Arbeitskraft des Menschen.

Geld hat von sich aus keinen Wert. Es ist irgendwann in der Geschichte von Menschen erschaffenes Wert und hat nur einen Nennwert. Münzen und Scheine sind an sich wertlos. Die Kraft des Menschen aber hat einen wahren Wert und es ist der Mensch, der die Gesellschaft und seine Umwelt aufbaut und einen Eigenwert hat. Das eigentliche Kapital ist der Mensch und er ist auch das wichtigste Vermögen.

Leider beobachten wir aber, dass Kapital und Geld den Menschen beherrscht und dass die Reichen die Arbeiterklasse ausbeuten. Den größten Teil der Menschen auf der Welt macht die Arbeiterklasse aus. Obwohl die Reichen in der Minderheit sind, beuten sie die Merhheit aus und beraubt sie um deren  Rechte.

Der Gesandte Allah´s sagte:

“Derjenige, der den Lohn des Arbeiters nicht gibt, ist verflucht!

“Allah macht die Taten und erklärt das “Buch der Taten” desjenigen, der den Lohn des Arbeiters nicht zahlt ungültig  und er wird den Duft des Paradieses nie duften können.”

Eines der Gründe für die globale Wirtschaftskrise ist die Ausbeutung. Wenn wir die Weltwirtschaftskrise betrachten, oder die Probleme der Arbeiterklasse analysieren möchten, sollten wir nach dem Ursprung und tatsächlien Gründen suchen. Woher kommt das Problem und was für Lösungen gibt es?

Der Islam legt einen besonderen Wert für den Arbeiter. Der Islam lobt denjenigen, der seinen Unterhalt mit Arbeit verdient. Aus Überlieferungen über die Notwendigkeit des erlaubten verdienens des täglichen Brotes wird die Bedeutung der Arbeit und Arbeitskraft des Menschen deutlich.

Geistliche Gelehrte und religiöse Zentren sollten den Wert der Arbeiter und ihre Verdienste in der Gesellschaft predigen. Sie sollten die Probleme der Arbeitslosigkeit in der Gesellschaft behandeln und die Menschen über die Schäden und Probleme sdie Arbeitslosigkeit mit sich bringt aufklären. Sie sollten die Menschen zu Produktivität und Leistung einladen und dazu anregen Probleme der Gesellschaft zu beseitigen.

Eines der wichtigsten Aufgaben der Propheten war es auch, die Menschen in dieser Hinsicht aufzuklären. Alle göttlichen Botschaften, Bücher und Schriften, die durch die Propheten an die Menschheit übermittelt wurden, beinhalten diese Themen. Sie unterstreichen die Wichtigkeit des nützlichen Dienens der Gesellschaft und den Einsatz der Arbeitskraft für das Wohl der Gesellschaft. Die Propheten haben dies sowohl gepredigt als auch in die Tat umgesetzt.

Möge Allah uns zu denjenigen zählen, die die Rechte der Menschen bewahren.

Möge Allah uns zu denjenigen Arbeitern zählen, die der Gesellschaft von Vorteil sind.

Möge Allah uns zu denjenigen zählen, die ihren Unterhalt Halal verdienen.

 „Der Friede sei mit Euch und Allahs Barmherzigkeit und Seine Gnade“

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Als PDF: Die große Anstrengung (Dschihad) Anstrengung der Seele, Freitagsansprache 16.04.2010

„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“

Gepriesen sei Allah, der Erhabene und der Herr der Welten und Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten.

Ich rate mir selbst und Ihnen zu Frömmigkeit und Gottesfurcht.

بَلَى مَنْ أَوْفَى بِعَهْدِهِ وَاتَّقَى فَإِنَّ اللَّهَ يُحِبُّ الْمُتَّقِينَ

Doch wer seiner Verpflichtung nachkommt und gottesfürchtig ist, denn wahrlich Allah liebt die Gottesfürchtigen.[i]

Imam Ali (a.) sagte:

Wer sich mit sich selber beschäftigt, ohne das Böse in ihm selbst [nafs] zu bekämpfen, wandelt verwirrt in den Finsternissen und wird von Vernichtung gefangen genommen. Die Satane bestärken ihn in seinem Frevel und lassen ihm seine schlechten Taten schön erscheinen. Das Paradies ist das Ziel der (in guten Taten) Wetteifernden, und das Feuer das Ziel der das Maß Überschreitenden.[ii]

Die große Anstrengung (Dschihad), Die Anstrengung der Seele

Verehrte Gläubige, sehr geehrte Geschwister im Islam

Sicherlich haben viele von Ihnen über die zwei Bereiche der Anstrengung (dschihad) gehört oder gelesen. Wir unterscheiden zwischen der kleinen Anstrengung [al-dschihad al-asghar, الجهاد الأصغر] und der großen Anstrengung [al-dschihad al-akbar, الجهاد الأكبر].

Über die kleine Anstrengung, die äußere Anstrengung, bzw. die Anstrengung gegenüber den äußeren Feinden haben wir in den letzten Ansprachen ausführlich gesprochen und erwähnt, dass die große Anstrengung, die Anstrengung der Seele, weitaus wichtiger und bedeutender ist.

Folgende Überlieferung des Propheten Muhammed (s.) ist in allen islamischen Quellen zu finden:

Es wird von Prophet Muhammed (s.) überliefert, dass er einer Truppe, die von einer Schlacht zurückkamen, sagte:

“Gesegnet sind, welche die kleine Anstrengung [dschihad] vollbracht haben und nun die große noch vollbringen müssen”. Als man ihn fragte, was denn die große Anstrengung [dschihad] sei, antwortete der Prophet: “Die Anstrengung [dschihad] der eigenen Seele.“

Der Prophet Muhammed (s.) lehrt uns mit dieser Aussage, dass die Anstrengung gegenüber den äußeren Feinden ein kleiner Kampf ist in der inneren Welt des Menschen „der größte Kampf“ stattfindet. Was verbirgt sich hinter dieser Aussage? Was will uns der Gesandte Allah´s (s.) damit lehren? Um diese Aussage und die Bedeutung der großen Anstrengung besser verstehen zu können, wollen wir nun versuchen diesen Kampf in der inneren Welt des Menschen näher zu erörtern:

In der Inneren Welt des Menschen verbirgt sich ein Feind, der die Menschlichkeit des Menschen vernichten und den Menschen in den Ruin treiben will. Wir sollten wissen, dass dieser Feind mächtig ist und über Soldaten und Waffen verfügt. Wenn dem nicht so wäre, würde der Prophet den Kampf gegen diesen Feind nicht als den großen, sogar den größten Krieg und die größte Anstrengung [al-dschihad al-akbar, الجهاد الأكبر] bezeichnen.

In der inneren Welt des Menschen stehen sich zwei Armeen gegenüber. Die eine ist die barmherzige, göttliche Kraft, die andere die böse und teuflische Kraft. Jeder diese Mächte will über den Staat, welches sich Mensch nennt, verfügen und herrschen. Sie möchte über alles was der Mensch hat, verfügen und zu eigen machen. Sie möchte den Menschen unter ihrer Kontrolle haben und nach eigenem Belieben führen.

Im heiligen Qur´an lesen wir über diese zwei Mächte, wie folgt:

وَنَفْسٍ وَمَا سَوَّاهَا – فَأَلْهَمَهَا فُجُورَهَا وَتَقْوَاهَا

„Und bei einer Seele und bei Dem, Der sie gebildet. Und ihr den Sinn für ihre Sündhaftigkeit und für ihre Gottesfurcht eingegeben hat.“ [iii]

 „Ihr den Sinn für die Gottesfurcht eingegeben hat“. Aus diesem Teil des Verses verstehen wir, dass die Samen für die nötigen Eigenschaften, die den Menschen zur Gottesehrfurcht leiten können, eingegeben worden sind. Der Geist des Menschen ist mit allen Vollkommenen Tugenden und himmlischen Eigenschaften ausgestattet. Der Mensch muss diese Samen zum Gedeihen bringen, um die Vollkommenheit zu erreichen. Wenn diese Samen gedeihen, kann der Mensch die himmlischen Eigenschaften erreichen und zur Gottesehrfurcht gelangen.

 „Und ihr den Sinn für ihre Sündhaftigkeit eingegeben hat.“ Dies bedeutet, dass der Seele auch Sündhaftigkeit eingegeben worden ist, dass das Gedeihen der Samen, die zur Gottesehrfurcht führen, verhindern möchte. Der Mensch hat auch die Fähigkeit, sich Satan zu neigen. Die Tatsache, dass dem Menschen die Sündhaftigkeit eingegeben worden ist, bedeutet nicht, dass der Seele teuflische Eigenschaften oder satanische Samen eingepflanzt worden sind. Der Mensch besitzt nur die Fähigkeit, der Sünde zu neigen und dem Satan zu tendieren.

Aus den oben aufgeführten Versen des heiligen Qur´ans ist ersichtlich, dass in der Inneren Welt des Menschen Eigenschaften vorhanden sind, die zur Vollkommenheit geführt werden wollen und dass es satanische Kräfte gibt, die das Gedeihen dieser göttlichen Eigenschaften verhindern wollen. Der Kampf findet zwischen diesen beiden Mächten statt.

Diejenigen, die denken, dass der Mensch nur ein einfaches Wesen ist, nur die materielle Seite des Menschen sehen und das Leben nur aus der materiellen Sicht betrachten, irren sich. Diejenigen, die die Größe und die Herrlichkeit des Menschen und den hohen Rang des Menschen nicht erkennen können, werden auch diesen Kampf und diese große Anstrengung, den großen Dschihad nicht verstehen können.

Es wird von Imam Ali (a.) überliefert, dass er sagte:

„ Glaubst Du etwa, dass Du ein kleines Teilchen bist. Obwohl doch in Dir eine große Welt verborgen ist. Sowie Deine Krankheit in Dir ist, ist dessen Heilung auch in Dir; jedoch Du weisst es nicht.“

Daher sollte der Mensch der in sich die „große Welt“ beherbergt, alle Besonderheiten des Guten und des Bösen, des Schönen und des Hässlichen verbirgt, sich selbst mit all den vorhandenen Dimensionen zu erkennen versuchen.

Solange der Mensch nicht erkannt und verstanden wird, kann der Krieg in der Inneren Welt des Menschen und die große Anstrengung nicht erkannt und verstanden werden.

In unseren nächsten Ansprachen wollen wir versuchen den Menschen, die beiden Mächte im Herzen des Menschen und den Kampf den sie führen, näher kennenzulernen, so Gott will.

Möge Allah uns zu denjenigen zählen, die sich kennen

Möge Allah uns zu denjenigen zählen, die ihre Seele kontrollieren können

Möge Allah uns zu denjenigen zählen, die ihre Seele läutern und zu den Gottesehrfürchtigen gehören

 „Der Friede sei mit Euch und Allahs Barmherzigkeit und Seine Gnade“

 


[i] Heiliger Qur´an, aal-imran, 76

[ii] Nahdschul-Balagha, 157. Predigt

[iii] Heiliger Qur´an, Asch-Schams, 7,8

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Als PDF: Der kleine und der große Dschihad, Freitagsansprache 09.04.2010

„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“

Gepriesen sei Allah, der Erhabene und der Herr der Welten und Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten.

Ich rate mir selbst und Ihnen zu Frömmigkeit und Gottesfurcht.

أَمْ كُنْتُمْ شُهَدَاءَ إِذْ حَضَرَ يَعْقُوبَ الْمَوْتُ إِذْ قَالَ لِبَنِيهِ مَا تَعْبُدُونَ مِنْ بَعْدِي قَالُوا نَعْبُدُ إِلَهَكَ وَإِلَهَ ءَابَائِكَ إِبْرَاهِيمَ وَإِسْمَاعِيلَ وَإِسْحَاقَ إِلَهًا وَاحِدًا وَنَحْنُ لَهُ مُسْلِمُونَ

 Waret ihr zugegen, als der Tod Jakob nahte? Da er zu seinen Söhnen sprach: «Was werdet ihr nach mir anbeten?», antworteten sie: «Wir werden anbeten deinen Gott, den Gott deiner Väter – des Abraham, des Ismael und des Isaak -, den Einigen Gott; und Ihm ergeben wir uns.» [i]

Imam Ali (a.) sprach:

 „Gesegnet ist derjenige, der seine Taten, sein Wissen, seine Liebe, sein Hass, seine Rede, seine Schweigsamkeit, seine Aussagen, seine Enthaltsamkeit absolut Allah widmet.“ [ii]

Liebe Gläubige, sehr geehrte Geschwister im Islam,

In unseren letzten Ansprachen haben wir versucht die Bedeutung von Dschihad darzulegen und erörteten dass Dschihad Bestandteil aller monotheistischen Religionen ist. Der Begriff Dschihad „Die Anstrengung“ ist und wird absichtlich von bestimmten Kreisen in seiner Bedeutung verfälscht.

Der heilige Qur´an lehrt uns, dass alle Propheten der einen und selben Religion angehörten und dieselbe Religion verkündet haben.

Im heiligen Qur´an lesen wir:

وَمَا أَرْسَلْنَا مِن قَبْلِكَ مِن رَّسُولٍ إِلَّا نُوحِي إِلَيْهِ أَنَّهُ لَا إِلَهَ إِلَّا أَنَا فَاعْبُدُونِ

Und wir schickten keinen Gesandten vor dir, dem Wir nicht offenbart haben: Es ist kein Gott außer Mir, darum dient nur Mir. [iii]

الَّذِينَ يُبَلِّغُونَ رِسَالَاتِ اللَّهِ وَيَخْشَوْنَهُ وَلَا يَخْشَوْنَ أَحَداً إِلَّا اللَّهَ وَكَفَى بِاللَّهِ حَسِيباً

Diejenigen, die Allahs Botschaften entfalten und ihn fürchteten und nicht fürchten einen außer Allah. Und Allah genügt als Abrechner. [iv]

In religiösen Angelenheiten denken und handeln alle Propheten gleich und sie verkünden alle dasselbe. Auch das Thema Dschihad ist eine gemeinsame Angelenheit aller Propheten. Der Dschihad, die Anstrengung, die heilige Abwehr und Verteidigung ist nicht nur ein Gebot des Islam´s und ist nicht nur im heiligen Qur´an verkündet worden. Er ist Bestandteil aller heiligen Schriften und ist eines der wichtigsten Gebote aller Religionen.

Wenn wir die Geschichten der Propheten und die Kriege, die sie geführt haben, betrachten, sehen wir, dass sie sich nur für die göttlichen Gebote angestrengt haben.

Die Ziele der Propheten bei Kriegen unterscheiden sich aber sehr stark von den Kriegsgründen derjenigen, die nicht an die Einheit Gottes glauben. Die Propheten führten den Dschihad um die Werte des Monotheismus zu bewahren, für die Gerechtigkeit und wegen der Gebote Gottes. Die Ungläubigen aber führen Kriege um die Etablierung der göttlichen Gerechtigkeit zu verhindern. Sie führen Kriege um Menschen auszubeuten, deren Länder zu besetzen und um alle von sich abhängig zu machen.

Wenn wir die Kriege betrachten, die heutzutage geführt werden, sehen wir dass sie niemals von den einfachen Menschen ausgehen. Imperialisten, die die Denkweise der Pharao´s vertreten, wollen ihre eigene Macht ausweiten und bekriegen und besetzen andere Länder. Die Menschen aber, deren Heimat besetzt worden ist, verteidigen ihre Heimat, ihr Hab und Gut und ihr Leben.

Jeder von uns sollte einmal sein Gewissen fragen, wer die Kriege unseres Jahrhunderts anzettelt. Wer hat Afghanistan angegriffen und verteidigt sich? Wer hat den Irak besetzt und wer ist in der Verteidigung? Wer hat den Libanon angegriffen, bombadiert und wer hat wollte seine Heimat schützen? Wer hält Palästina seit Jahrzehnten besetzt und greift tagtäglich an, und wer verteidigt sich?

Für Gesellschaften, deren Mtglieder kein Gewissen mehr haben und ihre Menschlichkeit vergessen haben gibt es vielleicht keine Probleme, da andere Länder bombadiert und mit Krieg überzogen werden. Sie vertreten wohl die Meinung, dass der Stärkere immer Recht hat. Ein System, welches nur auf Raub, Krieg, Besatzung und Massaker aufgebaut ist, kennt keinen anderen Ausweg. Sie müssen für ihre Existenz immer mehr massakrieren und Kriege führen, denn sonst könnten sie nicht weiter existieren. Sie wissen nicht, was es heisst unter dem Banner der Gerechtigkeit zu leben. Sie wissen nicht, was Gerechtigkeit ist. Deren Gerechtigkeit ist Gewalt, Menschrechte sind nur ihre eigenen Rechte und alle anderen haben keine Rechte.

In der Geschichte haben Thyrannen wie Pharao oder Nimrut die Menschen versklavt und sie behaupteten, dass sie deren „Gott“ seien. Heute wollen die Imperialistischen Mächte ihre eigene Macht und ihr eigenes System mit Gewalt der Welt und der Menschheit aufdrängen. Sie besetzen und führen Kriege.

Möge Allah dazu verhelfen zu denjenigen zu gehören, die sich für die Gerechtigkeit, für die Wahrheit und für Menschrechte anstrengen.

Der kleine und der große Dschihad

Bisher haben wir nur über den sogenannten kleinen Dschihad gesprochen. Jedoch gibt es daneben noch die große Anstrengung (dschihad). Nämlich die Anstrengung der Seele (Dschihadun-nafs), die weit bedeutender ist, als der erste Bereich des Dschihad´s. In unseren nächsten Ansprachen möchten wir dieses wichtige Thema im Islam ausführlich behadeln.

Es wird von Prophet Muhammed (s.) überliefert, dass er einer Truppe, die von einer Schlacht zurückkamen, sagte:

„Gesegnet sind, welche die kleine Anstrengung [dschihad] vollbracht haben und nun die große noch vollbringen müssen“. Als man ihn fragte, was denn die große Anstrengung [dschihad] sei, antwortete der Prophet: “Die Anstrengung [dschihad] der eigenen Seele.“

Imam Sadiq (a.) sagte:

Wer sich selbst zu zügeln weiss – sei es nun beim Vergnügen oder in der Angst, in der Begierde, Wut oder auch in der Freude – dessen Leib hat Gott den Höllenflammen verboten. [v]

Im heiligen Qur´an lesen wir:

وَالَّذِينَ جَاهَدُوا فِينَا لَنَهْدِيَنَّهُمْ سُبُلَنَا وَإِنَّ اللَّهَ لَمَعَ الْمُحْسِنِينَ

Und diejenigen, die sich in unserer Sache anstrengen – Wir werden sie gewiss auf Unseren Wegen leiten. Wahrlich, Allah ist mit den Wohltätern. [vi]

Möge Allah uns zu denjenigen zählen, die sich auf Seinem Weg und zu Seiner Zufriedenheit anstrengen.

 „Der Friede sei mit Euch und Allahs Barmherzigkeit und Seine Gnade“

 


[i] Heiliger Qur´an, Al Baqara, 133

[ii] Bihar-ul-Anwar, vol. 77, S. 289

[iii] Heiliger Qur´an, Al-Anbiya, 25

[iv] Heiliger Qur´an, Al-ahzab, 39

[v] Wassail Schia, 2. Band, Seite 123

[vi] Heiliger Qur´an, Al-Ankabut, 69

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ALS PDF: Die Wahrheit des Dschihad, Freitagsansprache 02.04.2010

„Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“

Gepriesen sei Allah, der Erhabene und der Herr der Welten und Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten.

Ich rate mir selbst und Ihnen zu Frömmigkeit und Gottesfurcht 

شَهِدَ اللَّهُ أَنَّهُ لَا إِلَهَ إِلَّا هُوَ وَالْمَلَائِكَةُ وَأُولُو الْعِلْمِ قَائِمًا بِالْقِسْطِ لَا إِلَهَ إِلَّا هُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ

 Bezeugt hat Allah, es gibt keinen Gott außer Ihm; und die Engel und Vordere des Wissens; Er sorgt für die Gerechtigkeit. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allurteilenden. [1]

Imam Ali (a.) sprach: Wer mit der Tat eines Volkes zufrieden ist, der ist so, als ob er sie mit ihnen zusammen getan hätte, und auf jedem, der Unrecht begeht, lasten zwei Sünden: Die Sünde, dass er es getan hat und die Sünde, dass er damit zufrieden war.[2]

 

Die Wahrheit des Dschihad´s

Liebe Gläubige, sehr geehrte Geschwister im Islam,

Wie wir in den letzten Ansprachen deutlich gemacht haben, ist der Dschihad in der Religion keineswegs kein heiliger Krieg, sondern eine heilige Verteidigung und eine notwendinge Abwehr. In der Essenz der Religion liegt die Gerechtigkeit. Diese wird mit Wissen und Erziehung verkündet und verbreitet, manchmal aber auch mit Krieg verteidigt und idealerweise mit Leben in Frieden ausgelebt.

Das Ziel der Religion ist die Unwissenheit aus der Welt zu schaffen, Wissen zu verbreiten und die Ungerechtigkeit zu bekämpen.

Einige Mächte, die die Menschen ausbeuten und die gesamte Menschheit versklaven möchten, wollen nicht, dass andere Völker, Länder und Gesellschaften sich entwickeln. Sie wollen, dass andere Völker unwissend und technisch zurückgeblieben bleiben, um sie ausbeuten zu können. Obwohl die Menschen einiger Länder nur modernes Wissen und fortschrittliche Technologie nutzen möchten, werden sie durch diese bösen Mächte und daran gehindert, sich das Wissen und die Technik anzueignen. Diejenigen Länder, die moderne Technologien besitzen, verfolgen nur das Ziel, dass die restlichen Menschen von ihnen abhängig bleiben, damit sie sie ausbeuten können.

Eines der Kriege und Machtkämpfe in der heutigen Zeit ist der Krieg um Wissen und Technologie. Länder, die modernes Wissen besitzen, verhindern andere Länder sich dieses Wissen anzueignen und werfen vor, dass sie dieses Wissen zu militärischen Zwecken verwenden können. Astronomie, Atomkraftwerke und Atomtechnologie sind nur einige dieser Wissenssparten.

Im heiligen Qur´an lesen wir:

إِنَّ اللَّهَ يَأْمُرُكُمْ أَنْ تُؤَدُّوا الْأَمَانَاتِ إِلَى أَهْلِهَا وَإِذَا حَكَمْتُمْ بَيْنَ النَّاسِ أَنْ تَحْكُمُوا بِالْعَدْلِ إِنَّ اللَّهَ نِعِمَّا يَعِظُكُمْ بِهِ إِنَّ اللَّهَ كَانَ سَمِيعًا بَصِيرًا

Allah gebietet euch, daß ihr die Treuhandschaft jenen übergebt, die ihrer würdig sind; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, daß ihr richtet nach Gerechtigkeit. Fürwahr, herrlich ist, wozu Allah euch ermahnt. Allah ist allhörend, allsehend.[3]

Eine andere Art der Ausbeutung ist die wirtschaftliche Ausbeutung. Große Unternehmen und Holdings halten die Weltwirtschaft in ihrer Kontrolle. Sie beuten die Bodenschätze von armen Ländern aus um ihren eigenen Reichtum zu vermehren. Damit werden die armen Ländern noch ärmer. Wir beobachten, dass in allen Ländern, wo Bodenschätze vorkommen, Krieg geführt wird. Der Grund für diese Kriege ist, dass Industrieländer diese armen Länder besetzen um deren Bodenschätze plündern zu können. Der wahre Grund für die Kriege im Nahen Osten sind die Bodenschätze dieser Länder. Einige wollen die Bodenschätze dieser Länder im Nahen Osten plündern. Und wer sich dagegen stellt wird mit Krieg bestraft. Wer ist nun der Schuldige an diesen Kriegen? Derjenige, der besetzt, bombadiert und ausbeutet oder das arme Volk, das kein Sklave werden will, sich nicht ausbeuten lassen will und in Freiheit und Würde leben will?

Ein anderer Bereich der Ungerechtigkeit in unseren heutigen Welt, ist die politische Situation und das Etablieren des Imperialismus. Einige Länder, die militärisch und finanziell stark und mächtig erscheinen, wollen, dass alle anderen Menschen ihnen folgen und sich zu ihren Untertanen erklären. Sie wollen ihre eigenen politischen Modelle etablieren. Sie sehen sich als die Eigentümer der Erde und nehmen anderen Ländern ihre Freiheit weg. Sie besetzen im Namen der Demokratie andere Länder, stürzen deren Regierungen und setzen ihre eigenen Marionettenregierungen ein. Ist dies nicht eine Art der Sklaverei? Man will mit Gewalt eine Regierung stürzen, die das Volk gewählt hat. Sklaverei bestand früher darin, das man Menschen gekauft und verkauft hat. Heute wird dies auf eine andere Art und Weise gemacht. Ist es denn nicht Recht eines jeden freien Volkes, sich gegen diese Art Sklaverei zu wehren?

Die Religion sieht hier den Dschihad, die heilige Abwehr, vor. Sie will die Unwissenheit beseitigen. Alle Menschen sollten von den Wissen und Technologie profitieren um ein besseres Leben führen zu können. Wissen schafft Sicherheit und Frieden. Wissen beseitigt jede Art von Ungerechtigkeit.

Die Religion sieht den Dschihad auch in wirtschaflichen Angelegenheiten vor. Sie ist gegen die Ausbeutung. Die Religion will, dass die Schätze der Erde gerecht unter allen Menschen verteilt werden. Sie ist für einen Kampf gegenüber jenen Kräften, die diese Schätze ausbeuten. Die Religion will die soziale Gerechtigkeit und deswegen gibt es den Dschihad, die heilige Anstrengung und Verteidigung. Dschihad gegen Ausbeutung, Dschihad gegen Armut und Sklaverei.

Wenn wir nun genau betrachten und analysieren sehen wir, dass der Dschihad, den die Religion, vor allem der Islam vorsieht, für das allgemeine Wohlbefinden aller Menschen auf der Welt ist. Ist dieser Dschihad nicht dafür da, die soziale Gerechtigkeit auf der Welt zu etablieren?

Diejenigen, die den Dschihad als Krieg und Blutvergießen verfälscht verbreiten, verraten und betrügen die Menschheit.

Der Dschihad des Islams ist der Kampf gegen Armut, gegen Unwissen, gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Er ist gegen Besatzung und Sklaverei. Der Dschihad des Islams ist der Kampf für die Freiheit und gegen den Imperialismus.

Ist dieses Dschihadverständnis denn nicht eine Wohltat für die ganze Menschheit?

Der Islam verbietet jede Waffe, die für das Töten von Menschen entwickelt wird, jedoch produzieren die weltlichen Systeme jeden Tag eine neue Waffe und setzen diese auch gegen unschuldige Menschen ein.

Solange die Menschen, sich nicht an die Lehren der Religion wenden, werden die Kriege und Ausbeutungen kein Ende finden können. 

Möge Allah uns dazu verhelfen, auf der Seite der Unschuldigen zu sein und gegen die Ungerechtigkeit zu kämpfen. 

 „Der Friede sei mit Euch und Allahs Barmherzigkeit und Seine Gnade“

 


[1] Heiliger Qur´an, Aal Imran, 18

[2] Nahdschul Balagha, Subhi-l-Salih, Qisar-ul-Hukm, 154, S. 499

[3] An-Nisa, 58

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